Snoezel an der Grundschule Werther- Langenheide

Snoezel“ wurde in den Niederlanden entwickelt und ist eine Kombination aus den Wörtern „snuffelen“ = schnüffeln, schnuppern und „doezelen“ =

dösen, schlummern.

„Snoezel“ steht für unsere Sinne, Sehen, Fühlen, Schmecken, Hören und Riechen, und umfasst auch alle emotionalen Sinneserfahrungen wie zum Beispiel Geborgenheit, Körperkontakt, sich wohl fühlen. „Snoezel“ steht für das Konzept von Sinneseindrücken, Gefühlen und Entspannung und ermöglicht grundlegende Sinneserfahrungen im taktilen, emotionalen und kognitiven Bereich.

Ein Snoezelraum bietet diese Erfahrungsmöglichkeiten mit verschiedenen Sitz- und Liegemöglichkeiten, gedämpften Licht und verschiedenen Lichtspielen und Farben, schönen Düften, beruhigenden Klängen und sanften Vibrationen.

Das Grundprinzip des Snoezels ist, dass nichts gemacht werden muss und alles erlaubt ist. Wichtig dabei ist, dass der Begleiter seine eigenen Vorstellungen und Normen in den Hintergrund stellen muss und den Snoezelden Personen freien Lauf lässt.

Weitere Prinzipien sind die positive zwischenmenschliche Beziehung zu den Nutzern des Snoezelraumes sowie das ganzheitliche Menschenbild, das nicht die Defizite und Fördergedanken in den Vordergrund stellt, sondern den Erholungs- und Entspannungswert. Hierzu benötigt man eine entspannte Atmosphäre, die dem Nutzer Zeit und Raum für eine Entspannung ermöglicht.

Besonders wichtig ist die Freiwilligkeit des Angebotes. Dieses soll freiwillig und gerne genutzt werden, wer auch nach einer Eingewöhnungszeit keinen Gefallen daran findet, braucht nicht teilzunehmen.

Die Motivation soll von den Reizen und der Atmosphäre ausgehen und nicht von den Begleitern. Dennoch sollten die Betreuer in der Anfangsphase motivieren und eine Hinführung und Anleitung geben.

Das Prinzip der Individualität besagt, dass jeder Mensch das Snoezel auf seine eigene Art und Weise erlebt. Dem Nutzer wird Wertschätzung und Anerkennung entgegengebracht, ohne dass er dafür etwas leisten muss.

Die Zeit und die Zeitspanne des Snoezels bestimmt jeder selbst. Die Begleiter orientieren sich am Tempo und dem individuellen Zeitmaß des Nutzers. (hier eingeschränkt durch das schulische System).

Beim Snoezel ist immer eine Begleitung erforderlich. Mögliche verschiedene Reaktionen wie Gefühlsausbrüche oder Ängste müssen aufgefangen werden.

Die veränderten Lebensbedingungen der Kinder in unserer oft hektischen, schnelllebigen Zeit beeinträchtigen die Entwicklung vieler Kinder. Der Alltag der Kinder ist mehr denn je geprägt von Reizüberflutung, Wahrnehmungsdefiziten und hohem Stress-Potential. Diese Veränderungen verlangen auch von der Grundschule Neuerungen, um ihnen noch gerecht werden zu können.

Im Snoezelraum soll den Kindern das Abschalten von Schul- und Lebensalltag erleichtert werden. Durch den Einsatz von Entspannungsmusik, Stilleübungen und Traumreisen können die Kinder zur Ruhe kommen, entspannen und träumen und erfahren so einen Ausgleich zum Schulalltag. Hier können sie sich wieder mehr auf sich selbst und ihren Körper besinnen.

Beim Snoezel ist es auch möglich, einzelne Sinne gezielt zu stimulieren. Wichtig ist hierbei, dass die Sinne nicht in der Breite, sondern in der Tiefe angesprochen werden sollen. Durch Übungen und Spiele wird beispielsweise der Hör-, Tast- oder Gleichgewichtssinn angesprochen und so erfahren die Kinder eine dem reizüberfluteten Alltag entgegenstehende Konzentration auf wenige Elemente. Insbesondere für Kinder mit Symptomen wie Konzentrationsschwäche oder Hyperaktivität bietet sich so die Möglichkeit, Sinnesreize zu ordnen und zu verarbeiten.

Auch der Abbau von Stress und Aggression, die Verbesserung des Sozialverhaltens, die Verminderung von Lernblockaden und die Verbesserung der Aufnahmefähigkeit werden immer wieder als beobachtete positive Effekte des Snoezel genannt.

Auffällige Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen wie Nervosität, Aggressionen und Schlafstörungen werden häufig als Symptome für Stress bewertet. Konzentrationsschwierigkeiten und Angst sind die häufigsten Ursachen für Versagen und Schulverweigerung. Terminpläne bestimmen den Tagesablauf, sodass aus den vielen unterschiedlichen Anforderungen schnell Überforderung werden kann, die einen aus dem Gleichgewicht bringt. Aus diesem Grund sollten Kinder und Jugendliche die Gelegenheit haben, ihren natürlichen Bewegungsdrang zu befriedigen, andererseits aber auch Ruhe und bewusste Entspannung zu erleben, um die innere Balance zu finden.

Durch einen Snoezelraum wird eine Umgebung geschaffen, die der Entspannung dient, Selbsterfahrungen ermöglicht und verhaltensregulierend wirkt.

Im schulischen Bereich werden Snoezel-Räume zur gezielten Entspannung, zur Stimulation der Wahrnehmung und zum konzentrierten Lernen genutzt. Der weiße Raum ist ein speziell eingerichteter Raum zum Snoezel. Das Tagesgeschehen, grelles Licht, unangenehme Gerüche und Lärm bleiben draußen. Weiche Polster und Liegelandschaften laden zum Entspannen ein und bieten Rückzugsmöglichkeiten. Die Sinne werden gezielt angeregt.

Im Weißen Raum sind alle Polster, Wandmatten und Wände weiß, damit die farbigen Lichteffekte in ihrer tatsächlichen Farbigkeit abgebildet werden. So wird aus dem Weißen Raum ein farbiger Raum, der je nach Einstellung der Lichtquellen dauerhaft oder im Wechsel in die ausgewählten, anregenden oder beruhigenden Farben getaucht werden kann.

Snoezel-Räume ermöglichen Schülern und Lehrern, sich in beruhigender Atmosphäre eine Auszeit zu nehmen.

 

 

Regeln für den Snoezelraum

  • Kinder dürfen den Raum nur in Begleitung nutzen
  • Schuhe müssen vor dem Raum ausgezogen werden
  • Der Snoezelraum ist kein Ort zum Toben, Raufen, Springen
  • Es dürfen keine Mal- und Bastelsachen mit in den Raum genommen werden.
  • Den Raum nach Benutzung bitte aufräumen und die Geräte ausschalten